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Von Sturzfliegern und Getreidespeichern

 

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Der 1. April 1940 war für die Menschen der Landgemeinde Haste kein „guter“ Tag, denn sie verloren ihre Selbstständigkeit und wurden zu einem Stadtteil von Osnabrück. Für den Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück Dr. Gärtner löste sich an diesem Tag die langjährige Sorge auf, Osnabrück würde auf den Erschließungskosten der Zufahrtsstraßen zur Winkelhausenkaserne sitzen bleiben.

Ob Oberbürgermeister Dr. Gärtner wirklich nur sein Augenmerk auf das Gelände der Winkelhausenkaserne, die sogenannte Netter Heide geworfen hatte, oder ob er in größeren Zusammenhängen an ein sich entwickelndes Gewerbegebiet zwischen Osnabrücker Hafen, Piesberg und Stichkanal dachte, müsste noch erforscht werden.

Nachdem der Bergbau auf Kohle am Piesberg Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt worden war, blieb die Netter Heide im Blickfeld der Osnabrücker. Zunächst erregten die „Sturz- und Schleifenflieger“ mit ihren Flugschauen Aufmerksamkeit, dann fand der Bau des Hafens mit dem Stichkanal besondere Beachtung. Erst die Errichtung der Winkelhausenkaserne beendete die Geschichte des Osnabrücker Flughafens.

Bevor die Briten nach dem 2. Weltkrieg das Kasernengelände als Roberts Barracks übernahmen, spielten sich an den Getreidespeichern der Heeresverwaltung turbulente Szenen um dort gelagerte Lebensmittel ab. Die Kasernengebäude selbst wurden mit sogenannten Displaced Persons hoffnungslos überbelegt.

Die nächsten Jahrzehnte blieb das Gelände Teil der britischen Garnison bis zum Abzug 2008. Heute entwickelt sich auf dem Gelände ein neues Gewerbegebiet. Die Mannschaftsunterkünfte werden für Behörden umgebaut und es entfaltet sich ein Kulturstandort in und neben den Getreidespeichern des Heeresverpflegungsamts. Schon von weitem leuchtet die ausgefallene Architektur der Fa. Kaffee Partner und markiert damit die Neunutzung des Geländes. Gleich daneben erhebt sich eine Kaffeetassen-Stele und lädt u.a. Radfahrer des Haseuferwegs zur Kaffeepause ein.

Hafengeschichte(n), Kasernengeschichte(n) und Geschichten über Piloten, die sich selbst so nicht nannten, erzählen vom Wandel eines Geländes, das auf alten Stadtplänen immer Netter Heide genannt wurde.